Ein den Deutschen fremdes Konzept

Als die Gebrüder Le Blanc erst in Bad Homburg und dann später auch in Monte Carlo die Spielbank übernahmen, war es eine Idee, die den Erfolg begründete: Dass man die Stadt, in der eine Spielbank steht, für Touristen attraktiv machen muss. Nur wegen einem Casino alleine kommt niemand. Also bauten sie Infrastruktur auf, in Bad Homburg das Kurwesen, in Monaco den Hafen. Mit den Casinos und den Touristen kamen auch die Hotels. Einige von ihnen siedelten sich sogar in der Nähe der Kurhäuser und Spielbanken an, damit es die Gäste nicht weit hatten.

Was sich aber in Deutschland (und auch in Monaco) nicht durchsetzte, war das Kasino und das Hotel unter ein Dach zu bringen. Zwar hatte man erkannt, dass beide Einrichtungen sich gegenseitig befruchten, aber man wollte wohl den letzten Schritt nicht gehen. Bisweilen gab es auch Probleme mit Lizenzen und rechtlichen Vorschriften, gerade wenn Kinder im Hotel übernachten.

Symbiose in den USA

In den USA hingegen bilden Casinos und Hotel eine Symbiose und das eine ist ohne das andere nicht vorstellbar. Kein Casino in einem Hotel würde seinen Gästen nicht auch für die Nacht Obdach geben und die meisten Hotels haben auch eine eigene Casinolizenz und Unterhaltung wie einen Cabaret Club und Konzerte.

Meistens kann man direkt von seinem Zimmer in die Casinolobby fahren und oftmals führt auch ein Weg vom Restaurant direkt zum Spielbereich. In einigen Hotels muss man zuerst durch einige Reihen Spielautomaten durch, bis man überhaupt zur Rezeption kommt. Die Hotels in Las Vegas, aber auch anderen Orten, vermischen dabei nicht nur Spiel und Übernachtung, sondern bieten auch Konzerte an.

Kultur in Deutschland

Zumindest diesen kulturellen Aspekt haben deutsche Casinos übernommen: In ihnen findet man immer wieder auch Konzerte, manchmal klassische Musik, meistens jedoch Unterhaltungs- und Popmusik. Einige Spielbanken haben auch einen eigenen Nachtclub, um auch jüngeres Publikum anzulocken.