Ende des Preiskampfes?

Die Buchungsplattformen haben das Preisyielding, als das Anheben und Senken der Übernachtungspreise abhängig von der potenziellen Nachfrage erheblich angeheizt. Der E-Commerce-Manager eines Hotels kann jetzt stündlich die Preise anpassen und diese mit nur einem Klick veröffentlichen. Das aber hatte bald zur Folge, dass man damit auch in einem Preiskampf eingestiegen ist, der sich vor allem in den schwachen Zeiten zum Nachteil für viele entwickelte.

Denn die Spanne zwischen dem niedrigsten Preis und dem höchsten Preis wurde immer größer. Gäste begannen sich zu fragen, warum das gleiche Zimmer einmal 50 Euro und dann 150 Euro kostet, nur weil gerade eine Messe in der Stadt stattfindet. Deutlicher konnte man seine Gästen nicht sagen, dass man sie schlicht abzocken will.

Transparente Preispolitik gefordert

Einige Hotels stehen jetzt aus diesen verrückten Preiskämpfen aus. So hat die Hotelkette B&B-Hotels angekündigt. Preise auf einem moderaten Niveau zu erhöhen, und zwar je nach Nachfrage. Bei großen Events werden aber auch dort die Preise von den normalen 43 Euro auf bis zu 90 Euro angehoben.

Letztlich treibt diese Preispolitik die Gäste aber in die Low-Budget-Hotels und zunehmen auch in etwas besser ausgestattete Hostels. Gerade jene Hotels, die ihre Preise auf das Drei- bis Vierfache anheben, laufen Gefahr das Vertrauen ihrer Gäste zu verlieren. Denn diese fühlen sich bestraft wenn sie in eine Stadt kommen, in der eine Veranstaltung stattfindet, ohne aber dieses überhaupt besuchen zu wollen. Mit einem größeren Angebot im niedrigen Preisbereich durch neue Anbieter wird sich langfristig diese Politik als Nachteil entpuppen. Und gerade die großen Hotelmarken laufen Gefahr, das Vertrauen der Kunden, vor allem ihrer Stammgäste zu verlieren. Denn als Gast akzeptiert man heute nicht mehr eine Schulter zuckende Rezeptionistin, die einen erhöhten Preis mit den Worten “Ist Messe. Ist halt so” versucht zu erklären.

Da auch die Budgets der Geschäftsreisenden beschnitten werden sind einige schon zur Plattform AirBnB übergelaufen – die übrigens einst gegründet wurde, weil die Hotel-Zimmer während einer Messe zu teuer waren.