Hostels sind das neue Investmentmodell

Der Hotelmarkt scheint in vielen Teilen der Welt gesättigt und außerdem schrecken die hohen Kosten viele Investoren ab. Auch die Boutiquehotels, lange Zeit die Lieblinge der Finanzindustrie, weil man mit geringeren Einlagen schnelleren Profit machen konnte, haben an Attraktivität verloren. Hier schwammen einfach zu viele Hechte im gleichen Teich.

Jetzt stürzen sich viele Anleger auf Hostels. Vor allem auf solche, die als Trend- oder Designerhostels gelten. Der Grund liegt vor allem in der immer größer werdenden Zielgruppe. Die Schwellenländer schicken ihre Mittelklasse in die Welt und auch aus China kommen immer mehr junge Menschen, die jetzt genug Geld haben um zu reisen, aber dennoch auf die Ausgaben schauen müssen. Da kommen entweder Jugendherbergen oder Hostels in Frage.

US-Firma kauft deutsche Hostelkette

Die amerikanische Firma TPG Real Estate hat sich gerade die deutsche A&O Hostels gekauft, die immerhin 20.000 Betten, vornehmlich in deutschen Großstädten, hat. Die Website Hostelworld geht davon aus, dass die Branche in den nächsten Jahren mindestens um sieben bis acht Prozent pro Jahr wachsen wird.

Seit Airbnb vor allem bei den unteren Preisrängen den Hotels einiges an Kapazitäten abgeluchst hat, gehen auch die großen Hotelketten in den Hostelbereich. Hilton hat Tru, Marriot hat Moxy und Accor Jo&Joe, alles Low-budget-Hotels, die sich die herumziehenden Millennials schnappen wollen.

Kulturellen prallen aufeinander

Ob das gelingen wird ist fraglich, denn die Hostelkonzepte sind diametral von denen eines Hotel verschieden. Hier steht das Erlebnis und das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt, der Austausch zwischen Gästen wird geradezu erzwungen. Man lernt sich in der Küche kennen, in der man sich die Pizza aufwärmt oder eine Nudelsuppe aus der Tüte zubereitet. Ein Alptraum für Hoteliers, die Gäste höchstens zum 200-Euro-Kochkurs in die Küche lassen.

Aus Anlegersicht lohnen sich die Investitionen, weil sie recht gering sind, aber einen großen Markt erreichen. Seitdem die Preise für Hostels sich denen der 2-Sterne-Hotels angleichen, sieht der Return-of-Investment sogar noch besser aus.