Hotelfachschulen in Deutschland

Der Anstieg der Übernachtungszahlen in den deutschen Hotels bringt ein Problem mit sich: Die Häuser finden nicht mehr genügend Fachkräfte. Ein Problem ist die geringe Bezahlung einer Branche, die eigentlich boomt. In einer Leitungsposition bekommt man nicht annähernd was man in andere Branchen verdient. Als Bankettleiter zum Beispiel wird man mit 1700 Euro brutto auskommen müssen, und das bei Arbeitszeiten, die eben nicht mit einem Bürojob verglichen werden können. Selbst wenn man als etwa 35-jähriger Mann ein mittleres Hotel leitet, wird man im Durchschnitt etwa 3000 Euro brutto verdienen. Allerdings variieren die Gehälter auch je nach Ausstattung des Hotels und ob es einer Hotelkette angehört. Grundsätzlich bezahlen die Hotelgruppen besser, verlangen aber auch höhere Qualifikationen.

Ob der Arbeitskräftemangel zu höheren Gehältern führt, bleibt abzusehen. Derzeit sind die Anmeldezahlen bei den Hotelfachschulen noch stabil. An Ausbildungsmöglichkeiten mangelt es nicht in Deutschland. Es gibt 18 staatliche Einrichtungen und fast nochmal so viele private Schulen, in denen man alles rund ums Hotelfach lernen kann.

Ausrichtung ist betriebswirtschaftlich

In einer Hotelfachschule lernt man alle Bereich eines Hotels kennen, der Schwerpunkt liegt aber auf einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung. Die Kurse sind dabei auf Bachelor-Niveau, und wer zum Beispiel an der Hotelfachschule Leipzig den Abschluss “Staatlich geprüfter Betriebswirt für Hotel- und Gaststättengewerbe” erlangt, hat damit auch den Hochschulzugang in der Tasche und kann dann weiter studieren. Man kann das Studium berufsbegleitend in Teilzeit machen, die Dauer beträgt dann vier Jahre. Das Vollzeitstudium kann in zwei Jahren bewältigt werden.

Zwar erzählen heute viele Hotelmanager noch, wie sie sich vom Empfangsjungen bis ganz nach oben gearbeitet haben, aber solche Karrieren sind zunehmend seltener geworden. Hotels erwarten für Management-Positionen heute nicht nur Erfahrung, sondern vor allem auch eine Menge betriebswirtschaftliches Wissen, wie es eben die Hotelfachschulen vermitteln. Ein Problem dabei ist aber zunehmend, das viele Neueinsteiger das Hotelgeschäft nur auf dem Papier kennen und keine oder nur wenig Praxis haben.