Trend geht zur Direktbuchung

Als die großen Hotelbuchungsplattformen wie HRS und Booking.com aufkamen, haben Hoteliers zuerst gejubelt: Endlich konnten sie ihre Betten weltweit anbieten, ohne selbst etwas dafür tun zu müssen. Die recht hohen Provisionen waren sie dafür bereit zu schlucken. Bald aber kam die Ernüchterung: Die Plattformen hatten zu einem gigantischen Preiskampf geführt. Die Kunden erwarteten immer mehr Extras. Die öffentlichen Bewertungen haben auch nicht allen geholfen, das Vertrauen in ein Hotel zu stärken.

Deshalb hatten Hotels vor einigen Jahren wieder begonnen, die eigene Webseite zu entdecken und darüber zu verkaufen. Zwar brauchten sie eine eigene Buchungsmaschine, aber die konnte man als „Software as a Service“ einkaufen. Zunächst gab man Stammkunden, die sich auf der Seite einloggen mussten, besser Preise oder Extras, die es auf den Plattformen nicht gab. Da HRS und Co. wegen der Fülle der Hotels auch immer mehr mit Informationen über ein Haus geizen, füllen diese jetzt ihre eigenen Seiten mit Videos, Fotos und Animationen.

Webseite ist Aushängeschild eines Hotels

Umso wichtiger ist es aber auch geworden, die eigene Webseite aktuell zu halten und das Hotel nach den Kundenwünschen auszurichten. Die Zeiten der elektronischen Visitenkarte sind vorbei, die Gäste wollen heute wissen, welches Erlebnis ihnen ein Haus bietet. Dazu gehört auch wieder das Essen. Wurden Hotelrestaurants lange vor allem wegen der hohen Preise von den Gästen gemieden, werden diese heute von einer ausgefallen Küche, Sternen oder auch All-You-Can-Eat-Buffets gelockt, die zu moderaten Preisen angeboten werden.

Was es leckeres zu Essen gibt, werden die Köche dann mehr und mehr auch auf sozialen Netzwerken anbieten müssen, denn dort sind die Millennials, die bald die neuen Kunden sind. So kann es passieren, dass ein Restaurantchef, bevor das Essen an den Tisch kommt, noch schnell ein Foto machen muss – etwas, das normalerweise in den feinen Restaurants verpönt ist. Mit der Rechnung kommt auch der Hashtag.